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12.10.2017 – Polizeipräsidium Mittelhessen, Vortrag: Selbstbewaffnung: Beitrag zur Prävention oder Stimulation von Gewaltkriminalität?

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Vortrag von Prof. em. Dr. Arthur Kreuzer: "Selbstbewaffnung: Beitrag zur Prävention oder Stimulation von Gewaltkriminalität? Bietet Selbstbewaffnung nur einen trügerischen Schutz?". 18:00 Uhr, Polizeipräsidium Mittelhessen, Ferniestr. 8, Konferenzraum II, Gießen.
Foto: Logo des Vereins Criminalium e.V.

"Selbstbewaffnung: Beitrag zur Prävention oder Stimulation von Gewaltkriminalität?

Bietet Selbstbewaffnung nur einen trügerischen Schutz?

Vortrag von Prof. em. Dr. Arthur Kreuzer um 18:00 Uhr im Polizeipräsidium Mittelhessen, Ferniestr. 8, Konferenzraum II, Gießen.

In den USA boomt nach "9/11" und Amokläufen der Markt mit Schusswaffen zur Selbstverteidigung, in Deutschland nach der Kölner Silvesternacht ein entsprechender Markt mit Schreckschusspistolen, Elektroschockern, Pfefferspray u.ä. Die Waffen-lobby wirbt mit angeblich "besten Sicherheitsaktien".

Aus kriminologischer Sicht werden Risiken und Nebenwirkungen solch vermeintlichen Selbstschutzes entlarvt.

Stichworte für kontraproduktive Wirkungen bei Schusswaffen, teils auch anderen Selbstverteidigungswaffen:

  • Verstärkung von Waffenmentalität, Misstrauen und Ängsten
  • Schwächung staatlichen Gewaltmonopols und Vertrauens auf öffentliche Sicherheit
  • Waffenmissbrauch in psychischen Extremlagen, Gewalt in Nahraumkonflikten und Suizide
  • situative Fehleinschätzungen mit Angriffen auf Unschuldige und Dritte
  • vorbeugender Waffeneinsatz durch Angreifer
  • Eskalation in der Auseinandersetzung mit Polizei
  • Unfälle durch unkundigen, ungeübten Waffenumgang
  • Gefahr des Zugangs von Kindern zur Waffe

Stichworte für Beispiele wirksamen Selbstschutzes sind dagegen:

  • Selbstbehauptungstrainings
  • rechtzeitiges Einschalten von Polizei durch Betroffene und Beobachter
  • Zivilcourage
  • Nachbarschaftshilfe

Prof. em. Dr. jur. Arthur Kreuzer habiltierte sich im Jahr 1975 – nach einer dreijährigen Tätigkeit als Richter einer Jugendkammer des Landgerichts und als Dozent an der Universität Hamburg – für Kriminologie und Strafrecht mit der Schrift „Drogen und Delinquenz“. Er war seit 1976 bis zu seiner Emeritierung 2006 Inhaber der Professur für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzug sowie Direktor des Instituts für Kriminologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Bis jetzt wirkt er in Forschungs- und Beratungsgremien von Politik und Verbänden, u.a. Hessischer Landespräventionsrat und „Weißer Ring“, mit. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und zahlreicher wissenschaftlicher Ehrungen und Auszeichnungen. Von ihm liegen mehr als 600 Publikationen in vielen Bereichen (insbesondere zur Dunkelfeldforschung, Jugend- und Alterskriminologie, Suchtforschung, Strafvollzug, Kriminalprävention und Kriminalpolitik ) vor. Er publiziert zudem in Tages- und Wochenzeitungen. 2014 ist sein Buch „Das Verbrechen und wir - Essays zur Einführung in Kriminologie und Kriminalpolitik“ erschienen.