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Dezember 2016 - Alter Friedhof, Gießen: neuer Grabstein für Ernst Dieffenbach

Neuer Grabstein Ernst Dieffenbach, Alter Friedhof Gießen
Anfang Dezember fand ein ungewöhnliches Treffen auf dem Alten Friedhof statt. Anlass war der neue Grabstein für Prof. Ernst Dieffenbach (1811-1855).
Foto: Dagmar Klein, Neuer Grabstein Ernst Dieffenbach, Alter Friedhof Gießen, 12.2016

Neuer Grabstein für Neuseelandforscher Ernst Dieffenbach

Auffinden der Grabstätte auf dem Alten Friedhof

Anfang Dezember fand ein ungewöhnliches Treffen auf dem Alten Friedhof statt. Anlass war der neue Grabstein für Prof. Ernst Dieffenbach (1811-1855). Die Wiederentdeckung des aus Gießen stammenden Neuseelandforschers verdankt sich dem Professor für Zeitgeschichte Dirk van Laak, der mittlerweile von der Gießener an die Leipziger Universität gewechselt ist. Als Todes- und Bestattungsort von Dieffenbach wird in den Quellen immer Gießen und Alter Friedhof genannt. Da das Grab zu den in der Nachkriegszeit abgetragenen Grabstellen gehört, konnte Friedhofskennerin Dagmar Klein erst über den Abgleich verschiedener Quellen die Stelle lokalisieren. Dabei half auch der langjährige Dieffenbach-Forscher Dr. Peter Mesenhöller, Ethnologe und Museumspädagoge am Rautenstrauch-Jost-Museum Köln, der u.a. den Nachlass von Ernst Dieffenach hütet.

Abbildung: Am neuen Grabstein für Ernst Dieffenbach trafen sich: (v.l.): Dietgard Wosimsky, Prof. Dirk van Laak, Dr. Peter Mesenhöller, Dagmar Klein.

Der Freundeskreis Alter Friedhof hatte bei seinem Jubiläums-Rundgang im Frühjahr 2016 das Projekt vorgestellt. Dietgard Wosimsky und Dr. Brigitte Cornelius hatten dafür große Zustimmung gefunden. Nach Abklärung mit den zuständigen Ämtern konnte im Herbst der neuen Grabstein mit Gedenkinschrift aufgestellt werden, gefertigt von Steinmetz Ehrhardt, der auch den Stein stiftete. Kosten sind dennoch entstanden, an denen sich die beiden Dieffenbach-Forscher maßgeblich beteiligten. Nun gibt es auch in Gießen, an Ernst Dieffenbachs Geburts-, Studien- und Lehrort, eine Erinnerungsstätte für den in Neuseeland hoch geschätzten Forscher. Das Grab befindet sich gegenüber dem weiß leuchtenden Marmorengel an der Südmauer (Familiengrabstätte Rühl).

Ernst Dieffenbach (1811-1855) gehörte als Gießener Medizinstudent zu den liberal bis radikal politisch eingestellten Studierenden im Umkreis von Georg Büchner und musste 1833 nach dem Frankfurter Wachensturm wie so viele seiner Mitstreiter über Straßburg in die Schweiz flüchten. Nach Stationen in Frankreich und England begab er sich im Sommer 1839 im Auftrag der „New Zealand Company“ nach Neuseeland und gehörte damit zu den ersten Europäern, die dieses Land erforschten und darüber publizierten. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland erhielt er nicht zuletzt durch den Einfluss von Justus Liebig, mit dem Dieffenbach seit seiner Gießener Studienzeit in Kontakt stand, im Jahre 1850 an der Universität Gießen eine außerordentliche Professur für Geognosie und Geologie, die er bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1855 innehatte. Empfehlung zum Weiterlesen seien die Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsverein 2015.

Bei Nachfragen: Dagmar Klein per Telefon: 0641-8778510 oder per Mail .