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Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins 2011, 96. Band: Auf 389 Seiten bietet der 96. Band der Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins in diesem Jahr wieder ein breites Themenspektrum. Diesmal liegt einer der Schwerpunkte in der Zeitgeschichte. Dem ersten Beitrag über die Gießener Soziologin und Frauenrechtlerin Henriette Fürth folgt ein Blick auf die Militärgeschichte Gießens, danach ein Beitrag zum Wiederaufbau Gießens nach 1945. mehr»»
Unterwerfung mit Schriftenverbrennung: Die "Große nationale Kundgebung" der Ludwigs-Universität am 8. Mai 1933
von Thomas Kailer und Christian Schwöbel
MOHG 92 (2007) S. 81-115
Im Mittelpunkt des Beitrags steht die „Große nationale Kundgebung“ der Ludwigs-Universität am 8. Mai 1933, mit der sich die Landesuniversität dem nationalsozialistischen Regime unterwarf. Die Verfasser gehen der Frage nach, ob es im Rahmen dieser Veranstaltung tatsächlich zu einer Bücherverbrennung gekommen ist, wie es sie zwei Tage später in vielen deutschen Universitätsstädten gegen hat. Die Autoren zeigen, dass weniger die Verbrennung „zersetzenden Schrifttums“ im inszenatorischen Zentrum der Veranstaltung stand, als vielmehr die Ergebenheitsadressen von Universitätsangehörigen an den anwesenden hessischen Staatspräsidenten und Kultusminister, den ehemaligen Ludovicianer Ferdinand Werner. Zudem richten die Verfasser einen Blick auf die Festrede des Gießener Rassenhygienikers Philaletes Kuhn und fragen nach den generationellen Implikationen dieser Rede, die im Zusammenhang mit den schwelenden Generationenkonflikten an den deutschen Hochschulen zu sehen ist.
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