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Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins 2011, 96. Band: Auf 389 Seiten bietet der 96. Band der Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins in diesem Jahr wieder ein breites Themenspektrum. Diesmal liegt einer der Schwerpunkte in der Zeitgeschichte. Dem ersten Beitrag über die Gießener Soziologin und Frauenrechtlerin Henriette Fürth folgt ein Blick auf die Militärgeschichte Gießens, danach ein Beitrag zum Wiederaufbau Gießens nach 1945. mehr»»
Die vergessene Seuche – Die „Spanische“ Grippe von 1918/19
von Utz Thimm
MOHG 92 (2007) S. 117-136
„In den meisten Fällen hatten wir fast immer das gleiche Anfangsbild. Ganz plötzlich, ohne jede Prodromalerscheinung [Vorzeichen] mitten in der Arbeit Schüttelfrost oder leichtes Frösteln und die Schwere der Erkrankung setzte derartig foudroyant [blitzartig] ein, daß der Patient taumelnd im Zimmer hin und her fiel, und daß dieser Zustand durch keinerlei therapeutische Maßnahme momentan zu beheben war und nur sofortige Bettruhe als überhaupt einzige Maßnahme übrig blieb.“ So beschreibt ein Arzt den Ausbruch der „Spanischen“ Grippe in Gießen. Die größte Seuche des 20. Jahrhunderts fiel mit dem Ende des Ersten Weltkriegs zusammen und wird deswegen in Deutschland kaum erinnert. An verschiedenen Beispielen belegt Utz Thimm, dass die „Spanische“ Grippe auch Hessen erreicht hat.
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