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Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins 2011, 96. Band: Auf 389 Seiten bietet der 96. Band der Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins in diesem Jahr wieder ein breites Themenspektrum. Diesmal liegt einer der Schwerpunkte in der Zeitgeschichte. Dem ersten Beitrag über die Gießener Soziologin und Frauenrechtlerin Henriette Fürth folgt ein Blick auf die Militärgeschichte Gießens, danach ein Beitrag zum Wiederaufbau Gießens nach 1945. mehr»»
Die im Dunkeln sieht man nicht - Konflikte um die Schulpflicht in Gießen um 1930
von Fiona Fritz
MOHG 93 (2008) S. 405 ff.
Für die Zeit um 1930, die Zeit nach der Weltwirtschaftskrise von 1929, lässt sich das scheinbar harmlose Problem des Schulschwänzens in vielen Fällen als ein Symptom für tief greifende Schwierigkeiten und soziale Konflikte verstehen. Im vorliegenden Text werden diese Probleme anhand von Quellen aus dem Stadtarchiv Gießen exemplarisch dargestellt. In den Gießener Notsiedlungen war die Armut um 1930 besonders ausgeprägt. Viele Kinder, die aus diesem sozialen Milieu stammten, versäumten regelmäßig die Schule, so dass sich die Behörden gezwungen sahen, Maßnahmen zu ergreifen, die dieses Verhalten unterbinden sollten. Im Fokus der Untersuchung steht das Spannungsverhältnis, das zwischen Behörden, Eltern und deren schulpflichtigen Kindern sowie zwischen deren unterschiedlichen Norm- und Wertvorstellungen besteht. Es wird gezeigt, wie beim Problem des Schulschwänzens vielfältige Konflikte sich bündeln und zutage treten.
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