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Aktuelles

Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins 2011, 96. Band: Auf 389 Seiten bietet der 96. Band der Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins in diesem Jahr wieder ein breites Themenspektrum. Diesmal liegt einer der Schwerpunkte in der Zeitgeschichte. Dem ersten Beitrag über die Gießener Soziologin und Frauenrechtlerin Henriette Fürth folgt ein Blick auf die Militärgeschichte Gießens, danach ein Beitrag zum Wiederaufbau Gießens nach 1945. mehr»»

Abstract zum Beitrag von Ingfried Stahl

Opfer des NS-Regimes - Angenrods letzte Israeliten

Der Beitrag befasst sich mit den letzten Jahren der ehemals blühenden Israelitischen Religionsgemeinde Angenrod, der 1861 prozentual zweitgrößten Gemeinde des heutigen Bundeslandes Hessen, bis hin zu deren Erlöschen in der Zeit des Nationalsozialismus. Mit Belegen der Hessischen Staatsarchive und insbesondere des International Tracing Service (ITS) Bad Arolsen werden erstmals die Schicksalswege zahlreicher Angenröder Opfer der Shoa dokumentiert. Die innerörtlichen sozialen Ausgrenzungsvorgänge der zuvor weitgehend emanzipierten und in die dörfliche Gemeinschaft integrierten Angenröder israelitischer Religionszugehörigkeit seit 1935 gewinnen durch Gespräche mit zahlreichen Angenröder Zeitzeugen in Übereinstimmung mit Presseberichten in der „Oberhessischen Zeitung“ Alsfeld an Signifikanz. Eine Reihe von Fotos der bislang ermittelten 42 in Angenrod geborenen Opfer des Holocaust geben den Opfern des NS-Regimes nicht nur Namen, sondern auch Gesicht.

Abstract to the contribution from Ingfried Stahl

Victims of the NS-Regime – the last Jews of Angenrod

The contribution details the last years of the formerly flourishing Jewish community in Angenrod, which in 1861 was the second-largest Jewish community of the present state of Hesse, through to their eradication during the country’s National Socialist period.

For the first time the fate of many Angenrod residents, victims of the Shoah, could be documented, using documents from the Hessian state archives and especially the International Tracing Service (ITS) Bad Arolsen. Conversations with numerous contemporary witnesses to history as well as newspaper reports from the „Oberhessische Zeitung“ out of Alsfeld document how, beginning in 1935, the once well-integrated and emancipated Jewish residents were ostracized in the rural community. A collection of photos of the 42 Angenrod citizens who so far have been identified as victims of the Holocaust add faces to the names of these victims.