Am 25. November 2009 hält Dr. Ludwig Brake, Stadtarchiv Gießen, einen Vortrag mit dem Titel:
"Schon seit langer Zeit hat sich das Bedürfniß für eine bessere Verbindung der Bahnhöfe mit der Stadt fühlbar gemacht..."
Die Anfänge des öffentlichen Personennahverkehrs in Gießen reichen bis Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Lange Zeit mussten sich die Bürger mit einfachen Droschken begnügen, bis eine Omnibus-Gesellschaft im Jahr 1894 ihre ersten Pferdeomnibuslinien einrichtete. Bald nahm die Stadt jedoch den Stadtverkehr in die eigene Hand und am 20. November 1909 - vor genau 100 Jahren - eröffnete sie zwei elektrische Straßenbahnlinien, und zwar vom Bahnhof zum Schützenhaus und zum Neuen Friedhof. Dieses Verkehrsmittel war seinerzeit ein Sinnbild für technischen und sozialen Fortschritt.
Reich verzierte Triebwagen und verschnörkelte Fahrleitungsmasten zeigten, daß die Straßenbahn nicht bloß ein Beförderungsmittel war, sondern gleichermaßen als Prestigeobjekt galt.
Am Eröffnungstag
präsentieren sich Triebwagen 6 und 4 vor der Mäusburg (Richtung
Seltersweg) und Triebwagen 10 und 7 vor der Marktstraße (in
Richtung Bahnhofstraße). Gleise, Fahrleitungen und
Straßenbahnwagen bestimmten über dreißig Jahre lang das Bild
des eng bebauten Marktplatzes. Die doppelte Kreuzungsweiche war
eine technische Besonderheit der Gießener Straßenbahn und
ermöglichte kurzfristige Linienwegänderungen. Durch Gleise und
Kriegerdenkmal ging die eigentliche Funktion des Gießener
Marktplatzes endgültig verloren (1909). Bildquelle: Siemens
Corporate Archives
In die Zeit der Entstehung des öffentlichen Personennahverkehrs in Gießen (1850 bis 1909) führt der Vortrag mit Lichtbildern.
Pressespiegel zum Vortrag:
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