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Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins 2010, 95. Band: Mit dem rund 300 Seiten starken Mitteilungsband präsentiert der OHG auch in diesem Jahr wichtige Beiträge zu unterschiedlichen Themen. Der Bogen spannt sich von der Römerzeit mit den aktuellen Ergebnissen der Grabungen des Römerlagers in Dorlar über das Mittelalter und die frühe Neuzeit bis in die heutige Zeit mit dem Beitrag zur Geschichte der Heinrich-Cloos-Stiftung in Gießen. mehr»»

25. November 2009 - Brake, Die Anfänge des ÖPNV in Gießen

Historisches Foto: Bahnhof Gießen
25. November 2009 - Dr. Ludwig Brake, Stadtarchiv Gießen, "Schon seit langer Zeit hat sich das Bedürfniß für eine bessere Verbindung der Bahnhöfe mit der Stadt fühlbar gemacht...". Gegenstand des Vortrages sind die Anfänge des öffentlichen Personennahverkerhs in Gießen.
Foto: Stadtarchiv Gießen; Für 10 Pfennig konnte man mit dem Pferdeomnibus in die Stadt fahren (1906). Der neue Gießener Bahnhof wurde 1904 bis 1906 etappenweise fertiggestellt. hier sieht man den später abgebrochenen Nordflügel des alten Main-Weser-Bahnhofs, während das Sperrhäuschen am oberhessischen Bahnsteig eingerüstet ist. Stadtarchiv Gießen.

Am 25. November 2009 hält Dr. Ludwig Brake, Stadtarchiv Gießen, einen Vortrag mit dem Titel:

"Schon seit langer Zeit hat sich das Bedürfniß für eine bessere Verbindung der Bahnhöfe mit der Stadt fühlbar gemacht..."

Die Anfänge des öffentlichen Personennahverkehrs in Gießen reichen bis Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Lange Zeit mussten sich die Bürger mit einfachen Droschken begnügen, bis eine Omnibus-Gesellschaft im Jahr 1894 ihre ersten Pferdeomnibuslinien einrichtete. Bald nahm die Stadt jedoch den Stadtverkehr in die eigene Hand und am 20. November 1909 - vor genau 100 Jahren - eröffnete sie zwei elektrische Straßenbahnlinien, und zwar vom Bahnhof zum Schützenhaus und zum Neuen Friedhof. Dieses Verkehrsmittel war seinerzeit ein Sinnbild für technischen und sozialen Fortschritt.

Reich verzierte Triebwagen und verschnörkelte Fahrleitungsmasten zeigten, daß die Straßenbahn nicht bloß ein Beförderungsmittel war, sondern gleichermaßen als Prestigeobjekt galt.

Abbildung: Gießen Marktplatz 1909 Am Eröffnungstag präsentieren sich Triebwagen 6 und 4 vor der Mäusburg (Richtung Seltersweg) und Triebwagen 10 und 7 vor der Marktstraße (in Richtung Bahnhofstraße). Gleise, Fahrleitungen und Straßenbahnwagen bestimmten über dreißig Jahre lang das Bild des eng bebauten Marktplatzes. Die doppelte Kreuzungsweiche war eine technische Besonderheit der Gießener Straßenbahn und ermöglichte kurzfristige Linienwegänderungen. Durch Gleise und Kriegerdenkmal ging die eigentliche Funktion des Gießener Marktplatzes endgültig verloren (1909). Bildquelle: Siemens Corporate Archives

In die Zeit der Entstehung des öffentlichen Personennahverkehrs in Gießen (1850 bis 1909) führt der Vortrag mit Lichtbildern.

Pressespiegel zum Vortrag:

Der Vortrag findet um 20.00 Uhr im Netanya-Saal des Alten Schlosses am Brandplatz in Gießen statt. Der Eintritt ist kostenlos.