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Übersicht über die Vorträge und Exkursionen im Winterhalbjahr 2010/2011 : Unsere Vorträge im Winterhalbjahr 2010/2011 werden abgerundet durch zwei Exkursionen zu sehenswerten Museen der Region. Die acht Vorträge befassen sich mit aktuellen archäologischen Grabungen und Projekten der Region, im Spätmittelalter getragener Garderobe, Forschungen zu mittelhess. Familiennamen und zeitgeschichtl. Fragen zur Demografie sowie der Militär- und Kunstgeschichte Gießens. mehr»»

03. März 2010 - Enke, Fundstücke aus R. Sommers "Wanderbuch"

Himmelfahrtstagausflug 1915 - Ausschnitt
Dr. Ulrike Enke, Wettenberg, "Gießen ist ein holdes Nest." – Fundstücke aus Robert Sommers "Wanderbuch" - Wanderlust und akademische Geselligkeit am Vorabend des Ersten Weltkriegs
Foto: U. Enke, Wettenberg, hist. Foto: Himmelfahrtstag-Ausflug 1915 - Ausschnitt

"Gießen ist ein holdes Nest." – Fundstücke aus Robert Sommers "Wanderbuch"

Der Medizinprofessor Robert Sommer, erster Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik und engagierter wie liebenswerter Bürger der Stadt Gießen, wurde von der Referentin bereits 2005 beim Oberhessischen Geschichtsverein vorgestellt. Damals lag der Schwerpunkt auf der Psychiatrischen Klinik und ihren ersten Patienten. Bei diesem Bild-Vortrag geht es um den "privaten" Robert Sommer, seine Freizeitbeschäftigung und die Kontakte zu den Kollegen an der Universität. Im Mittelpunkt steht das im Universitätsarchiv aufbewahrte "Wanderbuch" - hier ein Auszug daraus, der die Rast an einem Steinbruch zeigt - des Gießener Psychiaters. Sommer notierte Wanderstrecken und Zugfahrpläne, verwahrte launige Einladungen und Dankesbillets, dichtete Wanderlieder und ließ auch die Wanderfreunde zu Wort kommen. Das Büchlein erweist sich somit als Fundgrube für die Alltags- und Lokalgeschichte Gießens: Die Einträge, Fotos und Zeichnungen ermöglichen einen Blick in die Region und die Alltagskultur der Gießener akademischen Kreise, wie sie sich am Vorabend des 1. Weltkriegs darstellte.

Zur Person:
Die Referentin, Dr. Ulrike Enke, ist Medizinhistorikerin. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Geschichte der Anatomie und der menschlichen Missbildungen. Von 2000 bis 2007 hat sie am Gießener Institut für Geschichte der Medizin in Gießen über die Geschichte der Medizinischen Fakultät der Universität Gießen gearbeitet und publiziert. Seit 2009 ist sie an der Universität Marburg, wo sie sich dem Nachlass des Medizinnobelpreisträgers Emil von Behring widmet. Frau Enke hat in Bonn Germanistik und Biologie studiert und in Gießen über anatomische Literatur im 18. Jahrhundert promoviert. Bis 1999 hat sie bei der Soemmerring-Edition der Akademie der Wissenschaften in Mainz gearbeitet.