26. Okt. 2011, 20 Uhr
Prof. em. Dr. Helmut Berding, Universität Gießen
Henriette Fürth (1861-1938) – Soziales Engagement zwischen Wissenschaft und Politik
Henriette Fürth war bis 1933 eine bekannte Sozialwissenschaftlerin, Frauenrechtlerin und Politikerin. Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten verschwand ihr Name aus der Öffentlichkeit. Auch nach 1945 blieb er lange Zeit vergessen. Nach dem Bild, das sich aus der historischen und politischen Erinnerungsarbeit der letzten Jahrzehnte gewinnen lässt, prägte die doppelte Diskriminierung, die Henriette Fürth schon in der Jugendzeit als Jüdin und Frau erlitt, ihren weiteren Lebensweg. Sie heiratete und gebar acht Kinder, wollte aber mehr sein als bloß Hausfrau und Mutter und bahnte sich einen Weg in die Öffentlichkeit. Zum einen gewann sie, obwohl Autodidaktin, hohes Ansehen in den Sozialwissenschaften, sodann stieg sie zu den führenden Gestalten in der Frauenbewegung auf, und erwarb sich schließlich als sozialdemokratische Stadtverordnete in Frankfurt einen Namen in der Politik.
Prof. em. Dr. Helmut Berding,
geboren 1930 in Quakenbrück (Niedersachsen), Studium der
Geschichte, Philosophie und Pädagogik in Göttingen und Köln.
1966 Promotion, danach Wissenschaftlicher Mitarbeiter und
Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1972
Habilitation für Mittlere und Neuere Geschichte in Köln. Seit
1972 Professor für Neuere Geschichte an der
Justus-Liebig-Universität Gießen. 1985/86 Gastprofessor in
Paris. 1998 Emeritierung. Zahlreiche Veröffentlichungen,
darunter Rationalismus und Mythos (1969), Napoleonische
Herrschafts- und Gesellschaftspolitik (1973), Moderner
Antisemitismus in Deutschland (1988), Aufklären durch
Geschichte (1990), Die Entstehung der Hessischen Verfassung von
1946. Eine Dokumentation (1996).
Pressespiegel:
Gießener
Allgemeine Zeitung vom 1. November 2011.
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