Anschrift:

Postfach 110820
35353 Gießen
Tel.: 0641 3061549

Geschäftsstelle:

Stadtarchiv
Berliner Platz
35390 Gießen

Aktuelles

Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins 2010, 95. Band: Mit dem rund 300 Seiten starken Mitteilungsband präsentiert der OHG auch in diesem Jahr wichtige Beiträge zu unterschiedlichen Themen. Der Bogen spannt sich von der Römerzeit mit den aktuellen Ergebnissen der Grabungen des Römerlagers in Dorlar über das Mittelalter und die frühe Neuzeit bis in die heutige Zeit mit dem Beitrag zur Geschichte der Heinrich-Cloos-Stiftung in Gießen. mehr»»

26.10.2011 - Berding, Henriette Fürth (1861-1938) - Soziales Engagement zwischen Wissenschaft und Politik

Henriette Fürth
Henriette Fürth, in Gießen geboren und aufgewachsen, war bis 1933 eine bekannte Sozialwissenschaftlerin, Frauenrechtlerin und Politikerin. Am Mittwoch, 26.10.2011, wird Prof. em. Dr. H. Berding ihr engagiertes Leben und die Bedeutung ihrer Arbeit nachzeichnen.
Foto: Buchumschlag Henriette Fürth, Streifzüge ..., 2010 (Ausschnitt)

26. Okt. 2011, 20 Uhr

Prof. em. Dr. Helmut Berding, Universität Gießen

Henriette Fürth (1861-1938) – Soziales Engagement zwischen Wissenschaft und Politik

Henriette Fürth war bis 1933 eine bekannte Sozialwissenschaftlerin, Frauenrechtlerin und Politikerin. Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten verschwand ihr Name aus der Öffentlichkeit. Auch nach 1945 blieb er lange Zeit vergessen. Nach dem Bild, das sich aus der historischen und politischen Erinnerungsarbeit der letzten Jahrzehnte gewinnen lässt, prägte die doppelte Diskriminierung, die Henriette Fürth schon in der Jugendzeit als Jüdin und Frau erlitt, ihren weiteren Lebensweg. Sie heiratete und gebar acht Kinder, wollte aber mehr sein als bloß Hausfrau und Mutter und bahnte sich einen Weg in die Öffentlichkeit. Zum einen gewann sie, obwohl Autodidaktin, hohes Ansehen in den Sozialwissenschaften, sodann stieg sie zu den führenden Gestalten in der Frauenbewegung auf, und erwarb sich schließlich als sozialdemokratische Stadtverordnete in Frankfurt einen Namen in der Politik.

Prof. em. Dr. Helmut Berding,
geboren 1930 in Quakenbrück (Niedersachsen), Studium der Geschichte, Philosophie und Pädagogik in Göttingen und Köln. 1966 Promotion, danach Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 1972 Habilitation für Mittlere und Neuere Geschichte in Köln. Seit 1972 Professor für Neuere Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. 1985/86 Gastprofessor in Paris. 1998 Emeritierung. Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Rationalismus und Mythos (1969), Napoleonische Herrschafts- und Gesellschaftspolitik (1973), Moderner Antisemitismus in Deutschland (1988), Aufklären durch Geschichte (1990), Die Entstehung der Hessischen Verfassung von 1946. Eine Dokumentation (1996).

Pressespiegel:
Gießener Allgemeine Zeitung vom 1. November 2011.

Der Vortrag findet um 20.00 Uhr im Netanya-Saal des Alten Schlosses am Brandplatz in Gießen statt. Der Eintritt ist kostenlos.