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Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins 2010, 95. Band: Mit dem rund 300 Seiten starken Mitteilungsband präsentiert der OHG auch in diesem Jahr wichtige Beiträge zu unterschiedlichen Themen. Der Bogen spannt sich von der Römerzeit mit den aktuellen Ergebnissen der Grabungen des Römerlagers in Dorlar über das Mittelalter und die frühe Neuzeit bis in die heutige Zeit mit dem Beitrag zur Geschichte der Heinrich-Cloos-Stiftung in Gießen. mehr»»

01.02.2012 - Hofmeister, Klima und Witterung in Oberhessen seit der Frühen Neuzeit

Nebelwolken
Am 1. Februar 2012 referiert Dr. J. Hofmeister über die Einflüsse von Witterung und Klima auf das tägliche Leben Mittelhessen in ihrer landwirtschaftlich geprägten Umwelt seit der Frühen Neuzeit.
Foto: Simon, Wikipedia,Nebelwolken, 12.2005

1. Februar 2012

Johannes Hofmeister, Uni Marburg

Klima und Witterung in Oberhessen seit der Frühen Neuzeit

Historische Überlieferungen über Witterung und Klima in Oberhessen reichen einige Jahrhunderte zurück. Seit der Frühen Neuzeit wurden Witterungsereignisse und insbesondere deren Auswirkungen in Chroniken, Tagebüchern, Akten und weiteren Quellengattungen festgehalten und viele dieser Ereignisse fanden Eingang in die lokalgeschichtliche Literatur. Diese Überlieferungen geben Auskunft darüber, in welchem Maße eine vorindustrielle, agrarisch geprägte Bevölkerung von der Witterung abhängig war. Neben der Landwirtschaft wurde auch die Forstwirtschaft im hohen Maße von der Witterung beeinflusst, aber auch der Einfluss der Witterung auf Verkehr, Wasserversorgung usw. wurde in diesen Aufzeichnungen thematisiert. Darüber hinaus lässt sich die Wissensgeschichte von Klima und Witterung nachzeichnen, da die Überlieferungen auch ältere wissenschaftliche Publikationen zu diesen Gegenständen umfassen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden in Oberhessen schließlich auch systematische Instrumentenmessungen durchgeführt.

Johannes Hofmeister
geb. 1980 in Frankenberg/Eder; 2001-2007 Studium der Geographie, Geschichte, Informatik und Niederlandistik an der Universität Marburg. Abschluss als Diplom-Geograph mit der Arbeit "Die Klimaentwicklung im Raum Marburg-Gießen seit der Frühen Neuzeit. Eine Analyse von meteorologisch-hydrologischen Daten und historischen Witterungsbeschreibungen"; Doktorand am Institut für Physische Geographie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, dort Dissertationsprojekt zur: "Klimaentwicklung in Mittelhessen seit dem 16. Jahrhundert unter Berücksichtigung der Mensch-Umwelt-Beziehungen". Leitung des "Historisch-Geographischen Netzwerks" (Arbeitsgruppe des Graduiertenzentrums Geistes- und Sozialwissenschaften der Philipps-Universität Marburg), Lehrbeauftragter an der Abteilung Niederlandistik der Universität Marburg.

Der Vortrag findet um 20.00 Uhr im Netanya-Saal des Alten Schlosses am Brandplatz in Gießen statt. Der Eintritt ist kostenlos.