1. Februar 2012
Johannes Hofmeister, Uni Marburg
Klima und Witterung in Oberhessen seit der Frühen Neuzeit
Historische Überlieferungen über Witterung und Klima in Oberhessen reichen einige Jahrhunderte zurück. Seit der Frühen Neuzeit wurden Witterungsereignisse und insbesondere deren Auswirkungen in Chroniken, Tagebüchern, Akten und weiteren Quellengattungen festgehalten und viele dieser Ereignisse fanden Eingang in die lokalgeschichtliche Literatur. Diese Überlieferungen geben Auskunft darüber, in welchem Maße eine vorindustrielle, agrarisch geprägte Bevölkerung von der Witterung abhängig war. Neben der Landwirtschaft wurde auch die Forstwirtschaft im hohen Maße von der Witterung beeinflusst, aber auch der Einfluss der Witterung auf Verkehr, Wasserversorgung usw. wurde in diesen Aufzeichnungen thematisiert. Darüber hinaus lässt sich die Wissensgeschichte von Klima und Witterung nachzeichnen, da die Überlieferungen auch ältere wissenschaftliche Publikationen zu diesen Gegenständen umfassen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden in Oberhessen schließlich auch systematische Instrumentenmessungen durchgeführt.
Johannes Hofmeister
geb. 1980 in Frankenberg/Eder; 2001-2007 Studium der
Geographie, Geschichte, Informatik und Niederlandistik an der
Universität Marburg. Abschluss als Diplom-Geograph mit der
Arbeit "Die Klimaentwicklung im Raum Marburg-Gießen seit der
Frühen Neuzeit. Eine Analyse von meteorologisch-hydrologischen
Daten und historischen Witterungsbeschreibungen"; Doktorand am
Institut für Physische Geographie der
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, dort Dissertationsprojekt
zur: "Klimaentwicklung in Mittelhessen seit dem 16. Jahrhundert
unter Berücksichtigung der Mensch-Umwelt-Beziehungen". Leitung
des "Historisch-Geographischen Netzwerks" (Arbeitsgruppe des
Graduiertenzentrums Geistes- und Sozialwissenschaften der
Philipps-Universität Marburg), Lehrbeauftragter an der
Abteilung Niederlandistik der Universität Marburg.
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