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2.11.2016, K. Mohnike, U. Ritzerfeld, Marburg, Von der Höhensiedlung zum Kloster. Aktuelle Bodendenkmalpflege auf dem Schiffenberg im Kontext der Landesgeschichte

Archäologische Ausgrabung auf dem Schiffenberg bei Gießen
Die Klosterkirche des 12. Jahrhunderts ist seit 2012 Kulturdenkmal von nationalem Rang. Unter Archäologen hatte der Schiffenberg schon lange einen guten Ruf, denn es gibt Besiedlungsspuren aus mindestens fünf Jahrtausenden. Im Vortrag werden die aktuellen Ergebnisse der alten und neuen Ausgrabungen auf dem Schiffenberg von der Archäologin Dr. K. Mohnike präsentiert
Foto: Stefan Sattler (hessenARCHÄOLOGIE), Katharina Mohnike, Grafik: Grabungsfunde Schiffenberg bei Gießen, 2015; Ausschnitt

Mitttwoch, 02.11.2016

Von der Höhensiedlung zum Kloster. Aktuelle Bodendenkmalpflege auf dem Schiffenberg im Kontext der Landesgeschichte

Mit der romanischen Klosterkirche des 12. Jahrhunderts auf dem Schiffenberg liegt ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung im Stadtgebiet von Gießen (so der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien 2012). Bedeutsam ist die Kirche vor allem während des außerordentlich großen Bestands an hölzernen und steinernen Bauteilen aus ihrer Entstehungszeit. In archäologischen Fachkreisen hatte der Schiffenberg allerdings schon zuvor einen guten Ruf, denn die prominente Anhöhe hat Besiedlungsspuren aus wenigstens fünf Jahrtausenden bewahrt. Seit den 1970er Jahren wurde nach und nach eine Fülle an diesbezüglichen Informationen zu Tage gefördert, wodurch etwa eine Höhensiedlung der Zeit um 1000 v. Chr. gut belegt ist.

Zuletzt führte die hessenArchäologie des Landesamts für Denkmalpflege Hessen im Rahmen von Sanierungsarbeiten an der Basilika zwischen 2011 und 2015 weitere archäologische Untersuchungen durch. Die Ergebnisse der alten und neuen Ausgrabungen sollen durch die Marburger Archäologin Katharina Mohnike in einem Vortrag am 02.11.2016 um 19.00 Uhr im Netanya-Saal im Alten Schloss Gießen vorgestellt werden. Zusätzlich wird Prof. Dr. Ulrich Ritzerfeld vom Hessischen Landesamt für geschichtliche Landeskunde (Marburg) einige Aspekte der historischen Überlieferung beleuchten. Diese setzt mit der Gründung eines Augustinerchorherrenstift im 12. Jahrhundert ein, dessen letztes bauliches Zeugnis die Basilika ist, umfasst aber vor allem die Deutschordenszeit zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert.

Dr. Katharina Mohnike:
Studium der Vor- und Frühgeschichte, Geschichte und Kunstgeschichte in Marburg und Florenz (Italien) – Promotion, Thema: Erforschung von völkerwanderungszeitlichen Brandgrabsitten in Ostniedersachsen – Seit 2004 Berufstätigkeit in der archäologischen Denkmalpflege in Hessen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Thüringen – seit 2014 Tätigkeit im Denkmalbeirat der Stadt Marburg.

Ulrich Ritzerfeld:
Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Deutschen Philologie und Philosophie in Köln – Promotion in mittelalterlicher Geschichte – Seit 1994 als Historiker im Rheinland, seit 2001 in Hessen tätig (Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde) – seit 2003 Wissenschaftliches Mitglied der Historischen Kommission für Hessen – seit 2006 Lehrauftrag an der Justus-Liebig-Universität Gießen – seit 2012 Honorarprofessur an der Justus-Liebig-Universität Gießen – seit 2013 Wissenschaftliches Mitglied der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt.

Der Vortrag findet um 19.00 Uhr im Netanya-Saal des Alten Schlosses am Brandplatz in Gießen statt. Der Eintritt ist kostenlos.