Anschrift:

Postfach 110820
35353 Gießen
Tel.: 0641 3061549

Geschäftsstelle:

Stadtarchiv
Berliner Platz
35390 Gießen

Aktuelles

Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins 2016, 101. Band: Der 101. Band des Oberhessischen Geschichtsvereins Gießen 2016 ist erschienen. Mit einem Umfang von gut 500 Seiten bietet dieser Band mit seinen Beiträgen eine umfangreiche und breit angelegte Themensammlung von der Zeitgeschichte bis ins Mittelalter. mehr»»

8.11.2017, Gissel, Bochum – Die Anfänge des Turnens in Gießen vor 200 Jahren

Am 8. November 2017, um 19 Uhr hält Prof. Dr. Norbert Gissel einen Vortrag zu den Anfängen des Turnens in Gießen vor 200 Jahren. Turnen stand damals für eine politisch-kulturelle Revolution. Die „Gießener Schwarzen“ bildeten den radikalen Teil dieser Jugendbewegung...

Mittwoch, 8. November 2017, 19 Uhr

Die Anfänge des Turnens in Gießen vor 200 Jahren

Prof. Dr. Norbert Gissel, Ruhr-Universität Bochum

Vor 201 Jahren, im Jahre 1816, wurde ein erster Turnplatz in Gießen auf dem Trieb errichtet. Die „Gießener Schwarzen“, die sich um ihren charismatischen Anführer Karl Follen gruppierte, folgten damit dem Vorbild von Friedrich Ludwig Jahn. Nach den Anleitungen aus dessen Werk „Die deutsche Turnkunst“ wurden Kletter- und Turngeräte, mehrere Gräben für das Weitspringen sowie ein Schuppen errichtet. Diese Gruppe wirkte von 1814 bis zu ihrem endgültigen Verbot 1819; sie entwickelte sich von einer öffentlichen „Lesegesellschaft“, über die Organisationsform einer Burschenschaft (Germania) bis hin zu einem radikalen politischen Geheimbund (die „Unbedingten“).

Turnen bedeutete damals nicht nur eine bestimmte Form der Körperübungen, das Turnen stand für eine politisch-kulturelle Revolution. Und die „Gießener Schwarzen“ bildeten den radikalen Teil dieser Jugendbewegung. Das Turnen muss vor dem Hintergrund ihrer politischen Zielsetzungen gesehen werden: Revolution. Es war für Karl Follen das systematisch eingesetzte Mittel zur Politisierung der Jugend. Flankiert wurde es von Turnliedern, Flugschriften, Ausflügen und politischer Demagogie.

Im Vortrag werden die politischen Ziele der Schwarzen erläutert. Daran anknüpfend wird anhand von zeitgenössischen schriftlichen Quellen die emotionalisierende Wirkung des Turnens aufgezeigt.

Dr. NORBERT GISSEL studierte Sport und Geschichte an der Universität Gießen, für seine Promotion 1988 behandelte er das Thema „Wiederaufbau des Sports nach 1945“, für seine  Habilitation 1993 das Thema „Vom Burschenturnen zur Wissenschaft der Körperkultur“.  Bis 2011 war er Oberstudienrat i. H. am Sportwissenschaftlichen Institut der JLU, seit 2011 ist er Professor für Sportpädagogik und Sportdidaktik an der Ruhr-Universität Bochum.

Der Vortrag findet um 19.00 Uhr im Netanya-Saal des Alten Schlosses am Brandplatz in Gießen statt. Der Eintritt ist kostenlos.