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13.12.2017, Mesenhöller, Köln: Ernst Dieffenbach und die Erforschung Neuseelands 1839-18841

Lithographie 1841, Hori Te Waru denouncing his daughter
Am 13. Dezember um 19 Uhr widmet sich Peter Mesenhöller in seinem Vortrag dem Werdegang Dieffenbachs bis zu seiner Reise nach Neuseeland (1839-41) sowie seiner dortigen Expeditionen – zu Fuß und unter heute kaum mehr vorstellbaren Bedingungen.
Foto: Lithographie von Louis Haghe nach einer Zeichnung von Joseph Jenner Merrett (1841), »Te Waro« [Hori Te Waru denouncing his daughter]

13. Dezember 2017

Ernst Dieffenbach und die Erforschung Neuseelands 1839-18841

Peter Mesenhöller, Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln

Der Gießener Arzt und Geologe Ernst Dieffenbach (1811-1855) gehört zu jenen Naturwissenschaftlern des 19. Jahrhunderts, die in ihrer Heimat heute kaum noch bekannt sind, an ihren außereuropäischen Wirkungsstätten jedoch nach wie vor große Wertschätzung erfahren.
Als Mitglied der Gießener Burschenschaft »Germania« an den Vorbereitungen zum Frankfurter Wachensturm beteiligt, floh Dieffenbach 1833 über Straßburg nach Zürich, wo er noch vor seiner Deportation nach England im Sommer 1836 zum Dr. med. promovierte. 1839 wurde die Londoner Royal Geographical Society auf ihn aufmerksam und empfahl den ‚unparteiischen‘ Deutschen als Naturalist (= Naturforscher) für eine Expedition der Kolonisationsgesellschaft »New Zealand Company«.
Der Vortrag zeichnet den Werdegang Dieffenbachs bis zu seiner Reise nach Neuseeland (1839-41) ebenso nach wie seine dortigen Expeditionen – zu Fuß und unter heute kaum mehr vorstellbaren Bedingungen. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen Zeichnungen aus dem Nachlass Dieffenbachs, die seine Reisen ins Landesinnere der Nordinsel (1841) illustrieren und 2015-17 Gegenstand einer Feldforschung des Vortragenden zum Thema „Historische Landschaft und rezente Wahrnehmung“ bei den Māori, der indigenen Bevölkerung Neuseelands, waren.

PETER MESENHÖLLER ist Leiter der Abteilung Bildung und Vermittlung am Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt in Köln. Er studierte Europäischen Ethnologie und Kulturanthropologie in Göttingen, Wellington/ Neuseeland und Marburg mit dem Schwerpunkt Kulturkontakt und Visuelle Anthropologie (regional: Polynesien). Seit 1992 freie Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland, darunter immer wieder für das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum (zuletzt mit Oliver Lueb: Made in Oceania: Tapa – Kunst und Lebenswelten | Art and Social Landscapes, 2013/14).
Seit den 1990er Jahren bearbeitet er den Nachlass von Ernst Dieffenbach. Herausgabe u.a. von dessen Briefen aus dem Straßburger und Zürcher Exil 1833-1836, im Georg Büchner-Jahrbuch (1990 und 1995). Derzeit in Bearbeitung ist das Skizzenbuch »Sketches and Views from New Zealand 1841« aus dem Nachlass (erscheint in der Schriftenreihe Ethnologica des Rautenstrauch-Joest-Museums). 2015-17 Feldforschungen hierzu auf der Nordinsel Neuseelands, u.a. mit Mitteln des Goethe-Instituts und des neuseeländischen Ministeriums für Kultur und kulturelles Erbe Manatū Taonga (»New Zealand History Award« 2016).

Der Vortrag findet um 19.00 Uhr im Netanya-Saal des Alten Schlosses am Brandplatz in Gießen statt. Der Eintritt ist kostenlos.